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Women-MINT-Slam 2017: Karriere im MINT-Bereich – alles nur eine Frage der Strategie?

Eine Karriere im technischen Bereich ist weder Hexenwerk, noch dröge und langweilig. Mehr noch als ausgefeilte Karrierestrategien anzubieten, nutzten die Slammerinnen des Women-MINT-Slam von "Komm, mach MINT." auf der women&work 2017 die Gelegenheit zu zeigen, wie vielfältig und spannend Karrierewege in der Technik sind. Und sie machten den jungen Frauen Mut, den eigenen Weg zur MINT-Karriere zu finden.
Wer jetzt schon neugierig geworden ist, dem wünschen wir viel Spaß bei der filmischen Kurzdokumentation.

Die Slams in der filmischen Kurzzusammenfassung (<10 Minuten): www.youtube.com/women-mint-slam-2017

Aus Vorurteilen Stärke ziehen

Als die gebürtige Kurdin aus dem Irak, Tara Kaka, ihr Studium in Bagdad starten wollte, begann der zweite Golfkrieg. Zwei Jahre später fand sie sich in Deutschland wieder, wo sie erfolgreich Informatik studierte. Denn Technik und insbesondere schnelle Autos hatten sie schon immer interessiert. Aber die Spannung, einerseits anerkannt in der Männerwelt der IT als Projektleiterin bei Vodafone zu sein und andererseits privat in einer orientalischen Ehe sich ständig durchsetzen zu müssen, belastete sie zunehmend. Mittlerweile lebt sie mit ihren zwei Kindern und ihrem neuen Mann, der drei Kinder mit in die Ehe brachte, in einer glücklichen Patchwork-Familie. Beide arbeiten, unterstützt von ihrer Mutter, die immer zu ihr gehalten hat. 2012 fasste sich Tara Kaka ein Herz, bewarb sich auf eine Gesamt-Projektleitung und bekam sie auch. Viele Menschen, insbesondere Frauen, haben heute mit Vorurteilen und Benachteiligungen zu kämpfen, so Tara Kaka, und macht Mut: „Wir als Frauen können daraus eine unheimliche Stärke ziehen.“

Wie aus Ally McBeal eine Wirtschaftsingenieurin wurde

Als Mareen Vaßholz in die Berufsorientierungsphase einstieg, hatte das Fernsehen ganze Arbeit geleistet. In High Heels zum Gericht wie Ally McBeal, so sah sie sich im Beruf. Der Besuch eines Schnuppertags an der Universität Paderborn brachte dieses Bild ins Wanken. Als Wirtschaftsingenieurin die Fäden in der Hand zu halten und so die Expertin an der Schnittstelle zu sein, war fortan ihre Vision. Bis es soweit war, dass die derzeitige Projektmanagerin Unternehmensstrategie bei dem Mindener Technikunternehmen WAGO erfolgreich Projekte leitet, gab es sehr spannende und durchaus verblüffende Stationen. Dazu gehörte eine Stelle als Geschäftsführerin eines Sonderforschungsbereichs „der irgendetwas mit Mechatronik“ zu tun hatte, dem Fach, vor dem sie sich im Studium gedrückt hatte und in das sie sich dann einarbeiten musste. Mareen Vaßholz hat sich aus den Möglichkeiten, die sich ihr boten, die für sie Spannendsten herausgesucht. „Lasst euch nicht einreden, dass ihr etwas nicht könnt und traut euch, neue Wege zu gehen“ gibt sie den Zuhörinnen mit auf den Weg.

Alles nach Plan? Es geht immer auch anders!

Nicole Ondrusch ärgert sich oft über reflexhafte Standardantworten, die sie auf die Frage gibt, wie sie es denn schaffe, ihre fünf Kinder mit ihrem Beruf zu vereinbaren. Dafür gebe es eben keine Patentrezepte und Leitfäden, sondern nur sehr individuelle Lösungen, die sie als Business-Consultant bei ms systems täglich findet. Das machte ihr ein Schlüsselerlebnis während einer Mentorinnenveranstaltung deutlich: Ein Manager dozierte über erfolgreiches Mentoring und darüber dass Mentees klare Karrierestrategien haben müssten, um sie fördern zu können. Daraufhin erwiderte eine junge, erfolgreiche Biotech-Unternehmensgründerin, dass sie gerade lerne, alles falsch gemacht zu haben im Leben, sie hätte nie wirkliche berufliche Ziele und erst recht keinen festen Plan gehabt. Das Umdenken im Raum daraufhin sei greifbar gewesen, so Nicole Ondrusch. Sie rät den jungen Frauen, sich von vorgegebenen Karrierestrategien zu lösen und offen für eigene Pläne zu bleiben, wozu eben auch einmal gehören kann, eine Chance verstreichen zu lassen.

Die Quereinsteigerin: Von der Theologie in die Informatik

Das der Zug mit Technik für die Frauen abgefahren ist, die sich nicht schon von klein auf dafür interessiert und mindestens einen Mathe-Leistungskurs gewählt haben wiederlegt Feli Brachthäuser. Sie, die ihre Diplomarbeit in der Theologie an ein Schreibbüro gegeben hat, arbeitet heute als Principal Consultant in dem international tätigen IT Unternehmen ITConcepts Professional. In der IT hat man es mit Servern und mit Menschen gleichermaßen zu tun und braucht für eine erfolgreiche Karriere viel emotionale Intelligenz ebenso wie ein technisches und konzeptionelles Verständnis. Ein Bereich, für den gerade Frauen sehr begabt sind, so Feli Brachthäusers Überzeugung. Ihre Erfahrung, die sie gerne weitergeben möchte ist, dass Frauen besser neue Wege gehen, als sich zu rollenkonform zu verhalten.

Öfters mal die Hand heben

Frauen sollten öfter die Hand heben, aber auch einmal Fünfe gerade sein lassen und nicht in die Falle des Überperfektionismus laufen, das rät Anke Hoberg, Vertriebsleiterin Education bei SAP und studierte BWLerin. Überperfektionismus kann oft schon der erste Stolperstein auf dem Weg in einen erfolgreichen Berufseinstieg sein, wenn er dazu führt, sich nur auf Stellen zu bewerben, deren Anforderungen fast zu 100 % abgedeckt werden können. Bei Anke Hoberg lief das anders. Während ihres Bewerbungsgesprächs bei SAP in einem Kreis von fünfzehn Physikern und Mathematikern mit ihr als einziger Frau merkte sie sehr schnell, dass die Stellenausschreibung, auf die sie sich im Bereich Entwicklung beworben hatte, überhaupt nicht zu ihr passte. Sie schwankte innerlich zwischen „Ein verlorener Samstag fürs Shoppen“ bis hin zu „Schade, spannendes Unternehmen“ und blieb dran. Aus der Stelle wurde nichts, dafür fand aber der Personalverantwortliche mit ihr gemeinsam einen passenden Einstieg bei SAP. Ihr Rat: „Die eigenen Erwartungen ganz klar formulieren“.

Über "Komm, mach MINT."

"Komm, mach MINT." – der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen führt die Kompetenz von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sozialpartnern und Medien zusammen, um das Bild der MINT-Berufe in der Gesellschaft zu verändern. "Komm, mach MINT." ist Teil der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung "Aufstieg durch Bildung" und wurde 2008 auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit dem Ziel gestartet, junge Frauen für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge zu begeistern sowie Hochschulabsolventinnen für Berufskarrieren in Wirtschaft und Wissenschaft zu gewinnen. Die Geschäftsstelle von „Komm, mach MINT.“ ist im Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. angesiedelt. Der Verein fördert bundesweit die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie Vielfalt als Erfolgsprinzip in Wirtschaft, Gesellschaft und technologischer Entwicklung.

Quelle: www.komm-mach-mint.de/MINT-News

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