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Dem Fachkräftemangel begegnen

Foto Dr. Ulrike Struwe
Foto Dr. Ulrike Struwe

Dr. Ulrike Struwe
Geschäftsführung, fachliche Leitung

Dr. Ulrike Struwe
Geschäftsführung, fachliche Leitung

Der deutsche Arbeitsmarkt war in den vergangenen Jahrzehnten von Strukturwandel und hohen Arbeitslosenquoten geprägt. Diese Situation hat sich seit einiger Zeit grundlegend geändert: Nun meldet das Statistische Bundesamt quartalsweise steigende Zahlen an Erwerbstätigen: Im vierten Quartal 2012 erreicht diese Zahl den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung, die Arbeitslosigkeit dagegen den niedrigsten Wert seit 1992. In einigen Branchen und Regionen werden bereits heute die Fachkräfte knapp. Dies ist laut Bundesagentur für Arbeit keineswegs nur ein Strohfeuer. Denn auf Grund der demografischen Entwicklung werde das Erwerbspersonenpotenzial bis zum Jahr 2025 um rund 6,5 Millionen Personen sinken – und damit auch das Angebot an qualifizierten Fachkräften.

Fachkräftemangel spitzt sich weiter zu

Deutschland als Hochtechnologieland ist auf das hohe Potenzial technisch ausgebildeter Fachkräfte angewiesen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das sinkende Angebot an Fachkräften bei gleichzeitiger Expansion der technischen Entwicklungen gefährdet die Leistungsfähigkeit Deutschlands. [1] Bereits heute sind ein Fachkräftemangel sowie Engpässe am Arbeitsmarkt vor allem in technischen Berufen – sowohl bei den akademischen wie den nichtakademischen Fachkräften –  zu  verzeichnen. Dieser bezieht sich in den Ingenieurwissenschaften unter anderem auf die Maschinen- und Fahrzeugtechnik, die Metallbranche, die technische Forschung, Entwicklung und Konstruktion sowie auf einzelne Bereiche innerhalb der Informatik. Bei den nichtakademischen Fachkräften gibt es Engpässe und Fachkräftemangel unter anderem in Mechatronik, Energie- und Elektroberufen sowie in den Bereichen Klempnerei, Sanitär, Heizung- und Klimatechnik.

Der Fachkräftemangel in Deutschland spitzt sich weiter zu. Vor allem technische Unternehmen haben Probleme, offene Stellen zu besetzen. Auch wenn der Bedarf regional abweicht, ein Ende des Engpasses ist nicht absehbar. Entsprechend besteht bei den Betrieben ein existentielles Interesse, neue Potenziale zu erschließen und verstärkt auch Frauen mit technisch-naturwissenschaftlichen Begabungen zu gewinnen.

Etwas Neues auszuprobieren

Das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit bietet den Unternehmen mit dem bundesweiten Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag eine hervorragende Möglichkeit zum erstmaligen Kontakt mit jungen Frauen. Schülerinnen ab Klasse 5 können für einen Tag Berufe und Studiengänge vorwiegend in Technik, Naturwissenschaften, IT und Handwerk erkunden. Die Niedrigschwelligkeit des Girls’Day ermutigt viele Mädchen, sich zu trauen und etwas Neues auszuprobieren.

Das Konzept ist erfolgreich: 86,7 % der Unternehmen und Organisationen waren 2012 zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Aktionstag. Am Tag selbst bekamen 42 % von ihnen konkrete Anfragen nach Praktikums-, Ausbildungs- und Studienplätzen. 27 % der Unternehmen, die bereits mehrfach am Girls’Day teilgenommen haben, gaben an, dass sie Bewerbungen von jungen Frauen bekommen haben, die als Schülerinnen den Girls’Day bei ihnen verbracht haben. In 60 % dieser Fälle kam es zur anschließenden Einstellung der Bewerberin.

Kulturwandeln bewirken

Ziel der im Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit angesiedelten Geschäftsstelle des Nationalen Paktes für Frauen in MINT-Berufen  "Komm, mach MINT." ist es, das Potential von Frauen für naturwissenschaftlich-technische Berufe angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels zu nutzen und damit auch einen Kulturwandel in den Unternehmen zu bewirken. Im Einzelnen bedeutet dies:

  • ein realistisches Bild der ingenieur- und naturwissenschaftlichen Berufe zu vermitteln und die Chancen für Frauen in diesen Feldern aufzuzeigen,
  • junge Frauen für naturwissenschaftlich-technische Studiengänge zu begeistern,
  • Hochschulabsolventinnen für Karrieren in technischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu gewinnen.

Der Pakt zeigt Wirkung: Signifikant stärker als zu Beginn der Initiative nehmen Schülerinnen MINT-Berufe und –Studiengänge als spannend, attraktiv, kommunikativ, teamorientiert und als Beruf für Frauen wahr. Die positive Wahrnehmung schlägt sich auch in den veränderten Studienwünschen nieder. Konnten sich 2009 z.B. 52 Prozent der an Informatik interessierten Schülerinnen ein entsprechendes Studium vorstellen, ist dieser Anteil 2011 auf 66 Prozent gestiegen.

Mit Projekten wie der Kompetenzwerkstatt MINT-Frauen setzt sich das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. zudem dafür ein, Unternehmen bei der Ansprache, der Bindung und beruflichen Begleitung junger MINT-Frauen zu unterstützen und den Anteil von MINT-Frauen in der Wirtschaft zu steigern. Denn trotz dieser positiven Entwicklung werden immer noch zu wenig die Erfahrungen, Kommunikationsweisen und Zukunftsperspektiven von Frauen in die technisch-naturwissenschaftlichen Arbeitsfelder integriert.

Seit 1999 schafft das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. Verbindungen und Austausch zwischen Regierungsorganisationen, Unternehmen, Stiftungen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Verbänden und Frauen-Technik- Vereinigungen, um erfolgreiche Modelle für mehr weiblichen MINT-Nachwuchs breit umzusetzen. Die im Verein angesiedelten bundesweiten Projekte wie der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte "Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen - Komm, mach MINT.", der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderten "Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag" und die im Rahmen der Bundesinitiative "Gleichstellen von Frauen in der Wirtschaft" geförderte Kompetenzwerkstatt MINT-Frauen zeigen hierzu eine nachhaltige Wirkung.

Link zum Driftmann-Interview mit Hinweis auf Frauen mit Rodenstock-Zitat für mehr Frauen und Mädchen:

[1] Institut der deutschen Wirtschaft, 2012: MINT-Frühjahrsreport 2012. Gutachten.

© 2017 Kompetenzzentrum Technik - Diversity - Chancengleichheit e.V.