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FEMWORX 2026: Vielfältige Perspektiven für nachhaltige Transformation

Das kompetenzz-Projekt Metavorhaben "Innovative Frauen im Fokus" (meta-IFiF) veranstaltete auf der FEMWORX im Rahmen der Hannover Messe ein Panel zum Thema "Warum Nachhaltigkeit, Energie und Klima ohne Sichtbarkeit innovativer Frauen nicht zukunftsfähig sind". Prof. Barbara Schwarze, Vorstandsvorsitzende von kompetenzz und aktives Mitglied im Kongressbeirat sprach mit Oberstufenschülerinnen über ihr Interesse für MINT-Fächer und ihre Einblicke in technische Berufe.

Diskussionspanel "Energie, Klima, Nachhaltigkeit – vielfältige Perspektiven sind gefragt!" auf der FEMWORX: Tanja Reilly (Ability Hub GmbH), Dr. Arian Leopold (Bildersturm), Antonia Böttcher (PSY:SICHT), Tomke Hartmann (GREEN) und Christina Rouvray (meta-IFiF)

Unter dem Titel "Energie, Klima, Nachhaltigkeit – vielfältige Perspektiven sind gefragt!" diskutierten vier Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis, warum gemischte Teams und unterschiedliche Erfahrungshorizonte zentral für innovative Lösungen sind – und welche strukturellen Voraussetzungen es braucht, damit diese auch wirksam werden. 

Moderiert wurde die Diskussion von Christina Rouvray, Projektleiterin des Metavorhabens „Innovative Frauen im Fokus“ (meta‑IFiF). Auf dem Podium vertreten waren Tomke Hartmann (IFiF-Projekt GREEN), Dr. Arian Leopold (IFiF-Projekt Bildersturm), Antonia Böttcher (IFiF-Projekt PSY:SICHT) sowie Tanja Reilly, Co‑Gründerin der Ability Hub GmbH. 

Nachhaltigkeit profitiert von gemischten Teams 

Ausgangspunkt der Diskussion bildete der Blick auf Zahlen und Forschungsergebnisse: Während Frauen in vielen klassischen MINT‑Fächern weiterhin deutlich unterrepräsentiert sind, zeigen Umwelt‑ und Nachhaltigkeitsstudiengänge bereits heute deutlich höhere Frauenanteile. Tomke Hartmann machte deutlich, dass diese Entwicklung nicht nur eine Frage der Teilhabe ist, sondern auch messbare Effekte hat: Studien zeigen, dass sowohl die finanzielle als auch die Nachhaltigkeits‑Performance von Organisationen steigen, wenn Frauen in relevanten Positionen beteiligt sind – besonders dann, wenn Teams insgesamt vielfältig zusammengesetzt sind. 

Diese Erkenntnisse müssten jedoch stärker in Organisationen hineinwirken, so Tanja Reilly aus der unternehmerischen Praxis. Moralische Argumente allein reichten in vielen Unternehmen nicht aus, um die Motivation zu stärken, mehr Frauen in MINT-Berufen einzustellen. Gefragt seien vielmehr belastbare Business‑Cases. Eine zentrale Herausforderung liege darin, wissenschaftliche Ergebnisse in eine Sprache zu übersetzen, die in Unternehmenskontexten anschlussfähig ist. Genau hier werde deutlich, wie wichtig Schnittstellen zwischen Forschung und Praxis sind. 

Stereotype, Zugehörigkeit und strukturelle Bilder 

Warum Frauen trotz fachlicher Eignung in vielen Schlüsselbereichen weiterhin unterrepräsentiert sind, beleuchtete Dr. Arian Leopold aus sozialpsychologischer Perspektive. Im Forschungsprojekt Bildersturm, das sich mit Philosophie als männlich dominiertes Fach beschäftigte, zeigte sich: Stereotype prägen stark, wer sich zu einem Feld zugehörig fühlt. Menschen vergleichen das Bild, das sie von „typischen“ Vertreter*innen eines Fachs haben, mit sich selbst. Entsteht dabei eine wahrgenommene Nicht‑Passung, wirkt sich das auf Zugehörigkeit und langfristig auf Repräsentanz aus. 

Ein Ansatzpunkt liegt daher nicht bei einzelnen Personen, sondern bei den Bildern von Berufen und Disziplinen selbst. Realistische, vielfältige Vorbilder können dazu beitragen, diese Bilder zu verändern und neue Identifikationsräume zu öffnen. In dieser Hinsicht seien Parallelen zwischen den Erfahrungen von Frauen in MINT-Studienfächern und -Berufen sowie in Studium und Berufspraxis der Philosophie zu erkennen. 

Sichtbarkeit als systemische Frage 

Auch Antonia Böttcher ordnete Sichtbarkeit ausdrücklich als strukturelle Herausforderung ein. Das Forschungsprojekt PSY:SICHT untersucht, welche psychologischen Faktoren Sichtbarkeit in der Wissenschaft beeinflussen – und wie diese mit bestehenden Rahmenbedingungen zusammenwirken. Erste Ergebnisse zeigen, dass Ängste, Selbstzweifel oder Perfektionismus das Sichtbarkeitshandeln beeinflussen können. Gleichzeitig sehen viele Wissenschaftlerinnen Sichtbarkeit durchaus als Voraussetzung für langfristige strukturelle Veränderungen. 

Ihre Empfehlung daher: nicht alle Sichtbarkeitsformate passen für jede Person. Wichtig ist es, sich selbst damit wohl zu fühlen und ein für sich passendes Format zu finden. Auch die Organisationen sind gefragt, tragfähige Strukturen zu schaffen, die unterschiedliche Formen von Sichtbarkeit ermöglichen und absichern. 

Das Metavorhaben "Innovative Frauen im Fokus" (meta-IFiF) ist bei kompetenzz angesiedelt und wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Förderrichtlinie Frauen in Wissenschaft, Forschung und Innovation: Leistungen und Potenziale sichtbar machen, Sichtbarkeit strukturell verankern (Innovative Frauen im Fokus).